Schon wieder eine Befragung?

Kosten und Nutzen von Umfragen in Unternehmen.

Mitarbeiterbefragung

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Befragungen von Mitarbeitenden sind beliebt und meist fester Bestandteil von jährlichen HR-Aktivitäten.

Die Befragungen sollen ein Stimmungsbild des Unternehmens geben und den Puls der Mitarbeitenden fühlen.

Für das Management können solche Befragungen sowohl als eine Bestätigung ihrer eigenen Arbeit gesehen werden als auch ein Indikator für notwendige Veränderungen im Unternehmen darstellen. Für Mitarbeitende selbst entsteht im Vergleich zu diesen Kosten verhältnismässig wenig Nutzen, um lustvoll an zeitraubenden unternehmensinternen Befragungen teilzunehmen.

Für viele Führungskräfte und Teamverantwortliche sind Befragungen ein zweischneidiges Schwert:

  • Die Teammitglieder sind meist nicht besonders einfach für die Teilnahme zu motivieren, zumal während der Befragung Arbeit liegen bleibt, Projekte verzögert werden und die Zusammenarbeit leidet.

  • Für das Team selbst sowie das Teamwork bieten die Befragungen selbst kaum Mehrwert: Vielleicht wird ein Ranking der erfolgreichsten Teams veröffentlicht und die entsprechenden Teamleiter:innen honoriert, doch Empfehlungen für Teamentwicklung und Veränderungen resultieren kaum.

Die grösste Gefahr von Befragungen

In einem Interview schildert Felix Brodbeck, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie, die fehlende Wirkung einer Unternehmensbefragung als grösste Gefahr. Denn meist wird diese gross angekündigt und deren Wichtigkeit betont, um möglichst viele Mitarbeitende zur Teilnahme zu bewegen. Damit wird bei den Mitarbeitenden die Erwartung geschürt, dass sie durch ihre Beteiligung etwas zum Besseren bewirken können oder zumindest das Management gewisse Veränderungen einleitet. Erfolgen diese nicht, ist die Motivation der Angestellten nicht mehr zu retten oder «tot», wie Professor Felix Brodbeck es nennt.

Die grösste Gefahr von Befragungen ist deren (fehlende) Wirkung

Die Mitarbeiterbefragung ist auch für Führungskräfte selbst ambivalent. Nicht nur ist eine hohe Beteiligung für ein repräsentatives Abbild des Teams und des Unternehmens wichtig, die Erwartung aus diesen Resultaten entsprechende Konsequenzen zu ziehen steigt mit zunehmender Partizipation: Wer würde sich nicht glücklich schätzen, wenn nicht (fast) alle Mitarbeitenden zufrieden mit ihrer Führungskraft und dem Unternehmen sind? Doch was passiert, wenn eine Mehrzahl etwaige Missstände und notwendige Veränderungen fordert und damit das Management unter Zugzwang setzt? Dann erwarten Mitarbeitende, dass die Mitarbeiterbefragung zu einer positiven Veränderung im Unternehmen führt.

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Für ein New Work Unternehmen mit qualifizierten und motivierten Mitarbeitenden ist es entscheidend, die Stärken und Potenziale im Einzelnen zu entdecken, um eine optimale Mitarbeiterförderung zu gewährleisten.

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Mitarbeiterbefragung 2.0 erfolgreich umsetzen

Die meisten Befragungen dienen dem Management als Entscheidungsgrundlage:

  • Bei hoher Unzufriedenheit muss in die Führung investiert werden

  • Bei hoher Fluktuation gilt es die Loyalität zu erhöhen

  • Bei fehlender Leistung können Anspruch und Anreiz neu definiert werden

Doch was allen Befragungen zugrunde liegt, ist die Motivation der Menschen, die tagtäglich ihre Arbeitszeit im Team und im Unternehmen verrichten. Und gerade deshalb sollte eine Befragung im Unternehmen in erster Linie auf den Menschen eingehen und nicht primär als Informations- und Entscheidungsgrundlage für das Management dienen.

So ist entscheidend, welche Daten und Informationen von den Mitarbeitenden gemessen werden sollen. Meist erfolgen die Antworten anhand des Grads an Zustimmung zu einem Sachverhalt. Dabei wird aber bloss eine Meinung gemessen mitsamt allen bekannten Antwortverzerrungen und Messfehlern: Von der Tendenz zur Mitte bis hin zu sozialer Erwünschtheit sind viele Messungen fehlerbehaftet. Die Erwartungshaltung der Mitarbeitenden daraus Konsequenzen abzuleiten, bleibt aber bestehen. Umso mehr sollte ein Unternehmen auf Teamebene die Befragung einsetzen.

Fazit: Sind Mitarbeiterbefragungen sinnvoll?

Wieso ist eine Befragung im Unternehmen auf Teamebene sinnvoll? Eine Befragung auf Teamebene ist besonders mehrwertstiftend, da viele Arbeiten verschiedene Formen von Teamwork erfordern und viele Konflikte und Spannungen erst in der Zusammenarbeit entstehen. Zum anderen ist der Sinn selbst vor allem in modernen Unternehmen und bei jüngeren Angestellten enorm wichtig: Heutige Generationen erwarten in der Tätigkeit einen Sinn. Entsprechend ist solch ein Purpose auch bei Befragungen notwendig: Heutzutage wird keine Befragung aus Notwendigkeit oder aus blossem Wunsch des Managements bearbeitet.

Durch ein modernes, einfaches und schnelles Team Tool, wie jenes von Code18, wird mit einer sinnvollen Befragung in wenigen Minuten von jeder Person ihre Perspektive auf das Team erfasst und zu einem kollektiven Zustandsbild zusammengefügt. Daraus entsteht eine ganzheitliche Sichtweise auf das Team aller Personen, woraus sich Entwicklungsziele und Wachstumswünsche ableiten lassen – nicht nur individuelle, sondern hauptsächlich auf der Teamebene. Das aktuelle Bild des Teams lässt sich besprechen, Entwicklungen sich planen und Veränderung einleiten sowie Verantwortlichkeiten klären, sodass Teamwork gelingt.