Cultural Mapping - Die Wärmebildkamera für New Work Kultur

Wer heutzutage agil arbeiten möchte, muss auf eine moderne und innovative Unternehmenskultur setzen können. Wenn einzelne Prozesse immer wieder an einen Punkt kommen, an dem das Ergebnis nicht stimmt, Unzufriedenheit herrscht oder Fragen zurückbleiben, bedarf es einer entsprechenden Anpassung.

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Um eine agile Transformation zu realisieren, muss die eigene Unternehmenskultur mitsamt ihrer Normen, Einstellungen, Werten und Handlungsmustern gründlich überarbeitet werden, um das Miteinander und auch das Verhalten auf der Führungsebene zu optimieren. Unternehmen können im 21. Jahrhundert davon profitieren, ein Leitbild für agiles Arbeiten zu entwerfen und zu erkennen, in welcher Form Adaptionen an der internen Kultur durchgeführt werden können. Denn die interne Unternehmenskultur ist von essenzieller Bedeutung für den Entwicklungsprozess und den insgesamten Unternehmenserfolg. Die grosse Frage dabei:

Wie lässt sich ein Leitbild für agiles Arbeiten realisieren?

Hierfür kann Cultural Mapping die richtige Antwort liefern.

Cultural Mapping und seine Potenziale

Eine Unternehmenskultur abzubilden, nachzuvollziehen und auf diese Weise auch ihre Optimierung anzustreben, ist das exakte Ziel des Cultural Mappings. Das Tool, welches ursprünglich von Dave Grey und Alexander Osterwalder entwickelt worden ist, bietet sich zur praktischen Anwendung in Firmen an, um deren Erfolg zu maximieren. Hierbei handelt es sich um eine grafisch darstellbare Karte bzw. ein Diagramm, in dem alle Beteiligten gemeinsam die bestehenden Situationen mitsamt möglicher Lösungsansätze und Ideen zur Veränderung bewerten.

Nicht nur ein ganzes Unternehmen selbst, sondern auch interne Abteilungen und einzelne Mitarbeitende können mit Hilfe des Cultural Mappings intern eine fundierte Analyse der Firmenkultur erarbeiten, diese genau bewerten und daraufhin Massnahmen ausarbeiten, um eine Lean Startup Culture einzuführen - also die gewünschte Firmenkultur der Zukunft. Generell ist das Cultural Mapping ein sehr potentes Change Management Tool, welches als essenzieller Ausgangspunkt für einen umfassenden Transformationsprozess in einem Unternehmen dienen kann.

Cultural Check: Ausgangssituation bewerten und Massnahmen im Big Picture erarbeiten

Eine klassische Cultural Map wird in insgesamt drei horizontale Felder unterteilt. Den Anfang machen die aktuellen internen Verhaltens- und Handlungsweisen von Mitarbeitenden, Teams oder auch der gesamten internen Organisation, wie typische Interaktionen oder die Vorgehensweise bei Prozessen.

Je nach Ausprägung des entsprechenden Verhaltens können hierbei positive oder auch negative Resultate festgestellt werden - diese werden ganz oben in der Box eingetragen. Damit eine Lean Startup Culture erfolgreich implementiert werden kann, welche zukunftsweisend ist, können unter anderem neue Massnahmen - sogenannte Growth Engines - im Fokus stehen. Ein Beispiel ist hier das Binden talentierter und zukunftsorientierter Mitarbeitenden an das Unternehmen.

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Als Letztes kommen in der dritten Box positive bzw. negative Ausgangslagen zum Tragen: Wo steht das Unternehmen? Hier wird auch von sogenannten Enablern und Blockern gesprochen, welche die Verhaltens- und Handlungsstrukturen innerhalb eines Unternehmens prägen und mitentscheiden, ob eine Unternehmenskultur negativ oder positiv zu bewerten ist. Typische Beispiele sind hierfür immer gleichbleibende Abläufe und Routinen, Regeln im Unternehmen oder auch Gewohnheiten von Mitarbeitenden bzw. Führungskräften - in jedem Fall Aspekte, die direkten Einfluss auf die Kultur innerhalb der Firma haben.

Tipps für die Nutzung der Culture Map

  1. Zunächst wird eine Culture Map Vorlage in einem möglichst grossen Format ausgedruckt. Jeder Bereich wird allen Beteiligten genau erklärt, so dass alle das Modell nachvollziehen können.

  2. Gemeinsam mit den anderen Mitarbeitenden bzw. der Arbeitsgruppe werden nun die jeweiligen Punkte besprochen und diskutiert. Um maximale Effizienz zu erzielen und sich nicht in endlosen Gesprächen zu verlieren, ist es sinnvoll, schrittweise vorzugehen und sich immer nur auf ein Thema zu konzentrieren.

  3. Wenn es ans Brainstorming geht, können hierbei beispielsweise Sticky Notes verteilt werden. So kann jeder seine Gedanken einbringen und direkt festhalten. Es sollten sowohl positive als auch negative Verhaltens- und Handlungsmuster aufgelistet werden. Gerne kannst Du hier auch mit Farben arbeiten.

  4. Nachdem sämtliche Verhaltens- und Handlungsweisen erörtert worden sind, werden die Enabler und Blocker im unteren Teil der Map bearbeitet. Auch hier ist es ratsam, dass alle Gedanken mit Hilfe von Sticky Notes visualisiert werden.

  5. Auf diese Weise lassen sich im Anschluss alle Aspekte nacheinander beleuchten, um entsprechende Optimierungsmassnahmen vorschlagen zu können.

  6. Als Letztes wird der obere Bereich erarbeitet - die sogenannten Outcomes. Was sind die Konsequenzen, wenn spezielle Verhaltens- oder Handlungsmuster aktiv im Unternehmen vorkommen?

Nachdem die Culture Map fertiggestellt ist, sollte sie für alle Mitarbeitende und Führungskräfte sichtbar im Unternehmen befestigt werden - das können sowohl das Grossraumbüro als auch ein Konferenzraum sein. So werden alle Beteiligten immer wieder an die Ziele und Veränderungen sowie an die erwünschten Optimierungen erinnert. Auch verteilte Aufgaben sind auf diese Weise schriftlich und für alle unmissverständlich einsehbar.

Teamdiagnose und Entwicklungsstrategie: Wo wollen wir hin?

Die Erarbeitung einer Culture Map ist die richtige, wenn innerhalb eines Unternehmens Veränderungsprozesse angestossen werden sollen. Der Fokus liegt hier zwar oft auf den tatsächlichen Prozessen an sich, nicht aber auf der direkt damit zusammenhängenden Unternehmenskultur, die innerhalb der Firma gelebt wird. Gerade unsichtbare Prozesse, die oft im Hintergrund ablaufen und unbeachtet bleiben, spielen nicht selten eine entscheidende Rolle für den insgesamten Erfolg eines Unternehmens.

Ist die Effizienz innerhalb eines Unternehmens nicht gewährleistet oder kommt es aufgrund bestimmter Verhaltens- und Handlungsweisen immer wieder zu Spannungen, Engpässen oder anderen Schwierigkeiten, kann die Culture Map ein wichtiger Schlüssel sein. Die Firmenkultur lässt sich auf diese Weise abbilden, analysieren und unterstützt sowohl Einzelpersonen als auch Teams und ein ganzes Unternehmen darin, eine kreative, kooperative und positiv gesinnte Firmenkultur zu schaffen. Das Cultural Mapping dient daher als ein hervorragender Startpunkt für Teams, um sich zu fragen:

  • Wo liegen unsere Probleme?

  • Wo stehen wir?

  • Wo wollen wir hin?

  • Was sind unsere Ziele?

Ein Transformationsprozess lässt sich nur dann anstossen, wenn bestehende Situationen richtig bewertet und die Ziele klar definiert werden.

Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass das Cultural Mapping nach seinem Abschluss nicht als ein fertiggestelltes Dokument angesehen wird, sondern einer fortwährenden Entwicklung und Anpassung bedarf. Nur auf diese Weise kann eine erfolgreiche Kulturveränderung angestrebt werden. Es ist ratsam, in regelmässigen Abständen erneut zusammenzukommen und die internen Prozesse und Strukturen zu betrachten und ggf. neu anzupassen. Da jedes Unternehmen von der Entwicklung lebt und Ziele immer wieder neu definiert werden müssen, ist die Mitentwicklung der Culture Map von ebenso grosser Bedeutung.

Fazit

Mit der Erarbeitung einer agilen Strategie kann eine klare Orientierung innerhalb einzelner Fachbereiche, Teams oder in der insgesamten Unternehmensorganisation geschaffen werden. Die bestehende Erfahrung in der Firma, aber auch neue Denkansätze helfen dabei, eine klare Zielformulierung zu realisieren.

Nach wie vor denken viele Unternehmen rein monetär, wenn es um interne Prozesse geht. Leider werden hierbei nicht selten die wichtigsten Beteiligten vernachlässigt oder nicht beachtet - nämlich die Mitarbeitenden. Klassische Muster, wie die Bestimmung der Firmenkultur vom Chef und das wortlose Fügen der Mitarbeitenden, funktionieren im 21. Jahrhundert kaum noch. Ein innovatives Unternehmen lebt von der internen Entwicklung, der Kreativität der Mitarbeitenden und der Motivation des Einzelnen. Hierzu benötigt es eine klare Kommunikation untereinander sowie ein einheitliches Verständnis.

Das Cultural Mapping stellt in dieser Hinsicht ein sehr hilfreiches und leistungsstarkes Tool dar, um unsichtbare oder nicht beachtete Prozesse sicht- und greifbar zu machen. Teammitglieder, aber auch Führungskräfte erhalten auf diese Weise ein klares Gefühl dafür, welche Prozesse positiv und negativ zu bewerten sind - und wo es Optimierungspotenzial gibt. Erst dann, wenn das Verhalten für jeden Einzelnen stimmt, kann eine funktionierende und positive Kultur geschaffen werden. Diese stellt die Grundlage für alle weiteren Veränderungen in die richtige Richtung dar.

Hierbei sollte nie vergessen werden: Eine Firmenkultur wird niemals gegeben und ist auch nicht in Stein gemeisselt - sie kann und sollte aktiv gefördert und von jedem Beteiligten mitgestaltet werden.